Das Schloss Jägersburg und seine Geschichte

Seitdem das Schloss Jägersburg im Jahre 2011 von den ehemaligen Besitzern, der Familie von Bentzel Sturmfeder Horneck, wieder übernommen wurde, nimmt der Gedanke, die Geschichte des Schlosses und die Geschichte der Familie für die Zukunft zu vereinen, deutlich ablesbare Formen an.

Als Jagdschloss erbaut

Auf der einen Seite ist die Geschichte des Schlosses, das sich nach seiner Erbauung durch Fürstbischof Lothar von Schönborn im Jahre 1724 in seinem fast 300jährigen Bestehen im Eigentum einer Vielzahl von Persönlichkeiten befand. Adelige, Militärs, Forscher oder Geistliche nannten u.a. das Schloss Jägersburg ihr Eigentum. Ebenso zahlreich wie seine Eigentümer waren die verschiedenen Nutzungen. Erbaut als Jagdschloss war es 70 Jahre später Kriegslazarett und weitere 8 Jahre später schon eine Tabakfabrik. Später diente es ebenfalls als orthopädische Heilanstalt, Flüchtlingslager oder Altenheim.

Auf der anderen Seite steht die Geschichte der Familie Graf von Bentzel – Sturmfeder-Horneck. Der Stammsitz der Familie, das Schloss Thurn in Heroldsbach, dient seit jeher nicht nur der Repräsentation der eigenen Herkunft. Es ist zudem Schauplatz vieler gesellschaftlicher und kultureller Veranstaltungen.

Die Architektur

Die Jägersburg ist der erste selbstständige Großbau Anselm Franz Freiherr Ritters zu Gruenstein. Der französisch geschulte Kavalierarchitekt war vorwiegend im kurfürstlichen Bauwesen des rheinisch-mainfränkischen Kunstkreises tätig. Mit dem Schloss Jägersburg verbindet von Ritter die Forderungen moderner französischer Architekturtheorie mit älteren Traditionen, in dem er einem eleganten Wohnbau einen Torturm gegenüberstellt, der zusammen mit den niedrigen Hofgebäuden dem Ganzen ein burgartiges Aussehen verleiht. Den Vorzug der Lage mit ihrer herrlichen Aussicht hat schon der Bauherr Lothar Franz von Schönborn gerühmt. Die Jägersburg wurde für den Fürstbischof Lothar Franz von Schönborn als Jagdschloss im Jahre 1722 erbaut. Die drei Bauteile bilden zusammen mit dem Turm und der östlichen Hofmauer eine geschlossene Hofanlage. Erst in den 1920er Jahren erfolgte die Verbindung von Hauptflügel und südlichem Seitenflügel durch ein dem historischen Bestand angepasstes Zwischengebäude. Ein neuzeitlicher Verbindungsgang schließt die Lücke zwischen Hauptgebäude und Nordflügel. Im heutigen Bestand lassen sich aufgrund der massiven Baumaßnahmen in den 1970er Jahren ältere Umbauphasen, etwa des 19. Jahrhunderts, nicht mehr nachweisen. Sämtliche historische Ausstattung wurde, bis auf das Haupttreppenhaus, entfernt. Die Entwürfe lieferte Anselm Franz Freiherr von Ritter zu Gruenstein, die örtliche Bauleitung hatte der Bamberger Bauinspektor Anton Fick inne, der ausführende Maurermeister war Christian Dennefeld, der Zimmermeister Bernhard Mersperger. Im November 1721 wird bereits der Dachstuhl des Hauptbaues aufgerichtet. 1722 stuckiert Johann Jakob Vogel die Innenräume, im gleichen Jahr Baubeginn der Nebengebäude. Der Eckstein zur Kapelle wird 1723 gelegt, gleichzeitig beginnt man als Entsprechung den Westflügel des nördlichen Hofgebäudes. Im folgenden Jahr kann die Kapelle gedeckt werden, ebenfalls 1724 entsteht der Torturm. Der Garten, bereits 1725 begonnen, wird 1727/28 ausgestaltet, u. a. mit Wasserkünsten von Abraham Huber; die Pläne zu den Gartenanlagen stammten ebenfalls von Anselm Franz Freiherr von Ritter zu Gruenstein, ausführender Gärtner war J. B. Jakob. An den Nebengebäuden ziehen sich die Bauarbeiten bis 1728 hin.

Im Jahre 2011 übernahm die Familie Graf von Bentzel den ehemaligen Familienbesitz.

Die Schlossanlage

Mit seinem Baumbestand aus Buchen und jahrhundertealten Eichen bietet Ihnen der Schlosspark einen Blick auf die Altenburg sowie auf den Domberg von Bamberg und die fränkische Schweiz. Im Park hat man Blick auf die französische Seite des Schlosses mit dem Wappen der Grafen Bentzel-Sternau und Hohenau. Der Innenhof zeichnet sich durch die barocke Schlossfassade mit dem Wappenstern der Grafen Bentzel aus. Den Hof umschließen das Schloss, der Nordfügel, der Südflügel mit dem weißen Saal und der Turmtrakt mit seinem eindrucksvollen Glockenturm. Vier große Kastanien bieten Ihnen an den heißen Tagen Schatten und laden zum Verweilen ein.